Der Rheumafuß
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Angeborene und erworbene Zehenfehlstellungen wie z.B. der Hallux valgus

 

Der Hallux valgus

Der sogenannte Hallux valgus kann isoliert oder in Kombination mit anderen Zehenfehlstellungen (z.B. Hammerzehen) auftreten. Frauen sind häufiger als Männer betroffen.

Die Ursache ist nicht genau geklärt. Neben der Neigung des weiblichen Geschlechts, modisches Schuhwerk zutragen, spielt sicherlich auch die Vererbung des Spreizfußes auf die nächste Generation eine nicht zu unterschätzende Rolle. Chronische, z.B. entzündliche Veränderungen, können ebenfalls zur Hallux-valgus-Fehlstellung beitragen.

Der Hallux valgus geht nahezu immer mit einer pathologischen Spreizung der Mittelfußstrahlen einher. Durch eine Muskel-Sehnen-Imbalance kommt es zu einer progredienten Abweichung der Großzehe im Grundgelenk, die bis zur vollständigen, später auch kontrakten Verrenkung führen kann. Nicht selten werden dann im Verlauf der Erkrankung die benachbarten Kleinzehen in Mitleidenschaft gezogen.

Neben Druckschmerzen am „Großzehenballen“ treten später auch Belastungsschmerzen auf, die aufgrund der resultierenden Fehlbelastung den ganzen Fuß vereinnahmen können.

Während früher das operative Repertoir beschränkt war, kann man heute mittels differenzierter, so weit möglich gelenkerhaltender Techniken sowohl funktionell als auch ästhetisch sehr akzeptable Resultate erzielen. Die modernen Operationsverfahren ermöglichen eine schnelle Belastbarkeit des Fußes in der Regel ohne Gipsbehandlung.

Folgende Operationsverfahren kommen in unserer Praxis zur Anwendung:

Hallux valgus - Scarf Mittelfußosteotomie
  - Chevron Mittelfußosteotomie
  - Akin Osteotomie des Großzehengrundgliedes
  - basisnahe opening wedge Osteotomie
  - basisnahe closing wedge Osteotomie
  - Lapidusarthrodese
   
Kleinzehendeformitäten - Hohmann-Operation
  - Resektionsarthroplastiken
  - Sehnentransfer-OP (z.B. nach Taylor)
  - Weil-Verkürzungsosteotomie
  - dreidimensionale Mittelfußosteotomien

 

Beispiel eines Hallux valgus

   

 

Beispiel einer Versorgung eines Hallux valgus mittels Scarf- und Akin- Osteotomie beidseits

   

 

Beispiel eines ausgeprägten Spreizfußes mit Hallux valgus

   

 

Beispiel einer Versorgung mittels diaphysärer Umstellungsosteotomie und Akin-Osteotomie

   

 

Der komplexe Vorfuß

Beispiel einer komplexen Fehlstellung des Vorfußes mit Spreizfuß, Hallux valgus, Subluxation der Großzehe im Grundgelenk sowie Luxation der II. Zehe im Grundgelenk

   

 

Beispiel einer Versorgung mittels basisnaher Umstellung des I. Mittelfußstrahles sowie Reposition der II. Zehe im Grundgelenk durch Weil-Osteotomie, 2 Jahre postoperativ links

   

 

Beispiel eines durch sogenannte Lapidus-Arthrodese operativ behandelten massiven Spreizfußes mit Metatarsus adductus und Hallux valgus links, 1 Jahr postoperativ links

     
   

 

Der Metatarsus quintus abductus

Bei dieser Fehlstellung handelt es sich um eine angeborene Abweichung des Kleinzehenstrahles, der v.a. im festen Schuh zu Druckproblemen am „Kleinzehenballen“ führen kann.

Beispiel eines Metatarsus quintus abductus

     

 

Beispiel einer Komplexversorgung mit Korrektur des Großzehenstrahles, der Hammerzehe II sowie der Achsabweichung des Kleinzehenstrahles durch Mittelfußosteotomien
Es resultiert eine deutliche Verschmälerung des Vorfußes.