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Degenerative Gelenkerkrankung/Coxarthrose

 

Inhalt


 

Allgemeines

Bei der degenerativen Gelenkerkrankung, der Arthrose des Hüftgelenkes, handelt es sich um eine Degeneration des Knorpelgewebes mit nachfolgender Knochenläsion und entzündlich bedingter Schrumpfung der Gelenkkapsel. Jeder Mensch entwickelt Arthrose. Ab dem ca. 65. Lebensjahr gibt es praktisch mehr keinen Menschen ohne degenerative Veränderungen.

Man unterscheidet die primäre von der sekundären Arthroseform. Bei der primären Arthrose liegt eine Minderwertigkeit des Knorpelgewebes vor, deren Ursache im Einzelnen nicht bekannt ist. Sekundäre Arthrose können sich auf dem Boden von stoffwechselbedingten Störungen, Gelenkfehlbelastungen, Trauma, Entzündungen oder auch altersabhängig entwickeln.

Der Verlauf der degenerativen Gelenkerkrankung ist langsam fortschreitend. Am Anfang steht der Elastizitätsverlust des Knorpels. Durch den Knorpelschaden entstehen erhöhte Belastungen an den Gelenkflächenrändern, die zur Ausbildung wulstartiger Knochenvorsprünge (Osteophyten) führen. In diesem Stadium beginnt die Deformierung des Gelenkes (Gelenkspaltverschmälerung, Geröllzysten, Osteophyten, Knochenverdichtung im gelenktragenden Anteil).

Die Hauptsymptome der Arthrose sind (1) (Ruhe-/Belastungs-)Schmerz, (2) Gelenkschwellung, (3) Muskelverspannungen, (4) Bewegungseinschränkung.

Krankheitsverlauf

Im Stadium I zum Beginn der degenerativen Erkrankung klagt der Patient über belastungsabhängige Schmerzen, die vom Gelenk selbst oder auch von den angrenzenden Muskeln/Sehnen ausgehen können. Hier entstehen bei schmerzhaften Überlastungen des geschädigten Gelenkes reflektorische Muskelverspannungen. Da sich die Schmerzen aus dieser Muskulatur durchaus fern vom Gelenk abspielen können, werden insbesondere degenerative Gelenkerkrankungen im Frühstadium häufig verkannt und als „rheumatische Beschwerden” eingestuft.

Im Stadium II der Arthrose sind die Gelenk- und Weichteilstrukturen allgemein bereits bei Bewegung schmerzhaft. In diesem Stadium nimmt die Schmerzhaftigkeit der Gelenke allerdings noch bei Gebrauch ab. Typisch ist ein Einlaufschmerz, der sich nach kurzer Wegstrecke zurückbildet. Die Beweglichkeit des Gelenkes ist aber zunehmend eingeschränkt.

Im Stadium III der Arthrose ist das betroffene Gelenk bereits in Ruhe schmerzhaft. Dieses ist bedingt durch eine zunehmende „Entzündung” des Gelenkes und der angrenzenden Weichteilstrukturen. Durch die fortschreitende Deformierung der Gelenkflächen wird die Beweglichkeit des Gelenkes ebenfalls immer schlechter. Parallel zur Gebrauchsminderung des betroffenen Gelenkes kommt es zu einer Rückbildung der angrenzenden Muskulatur, was die Belastungsfähigkeit des Gelenkes weiter einschränkt.

Therapie

Wichtig ist die frühe Erkennung von angeborenen oder erworbenen Formstörungen der Gelenke – präarthrotische Deformitäten –, die die Gelenkmechanik nachteilig beeinflussen. Beispiele sind Achsfehlstellungen und Gelenkinkongruenzen (Coxa vara, Coxa valga, FAI) . Sie stellen die einzige Gruppe der Arthrosen dar, die meistens durch operative Maßnahmen kausal angegangen werden können.

Im übrigen ist die Behandlung der degenerativen Gelenkerkrankung symptomatisch. Sie orientiert sich an den Hauptsymptomen Schmerz, Schwellung und Bewegungseinschränkung. Das Behandlungsprogramm sieht u. a. eine Ruhigstellung des Gelenkes in der Akutphase der Schmerzhaftigkeit, physikalische und krankengymnastische Behandlung, Versorgung mit Bandagen und eine angepasste Schmerztherapie, ggf. mit Injektionen in das Gelenk (Lokalanästhetikum, knorpelstimulierende Substanzen, Cortison) vor. Reichen diese Maßnahmen nicht zur Schmerzreduktion aus, stehen unter Umständen operative Maßnahmen (Coxa vara, Coxa valga, FAI, HKN), im Endstadium der Arthrose (Stadium III) der künstliche Hüftgelenkersatz an.